Nach Ulla Schmidt für die SPD tritt nun Georg Schirmbeck für die CDU in das Dienstwagenkarussell ein.
Willkommen im Wahlkampf 2009, dem Dienstwagen-Wahlkampf!
Montag, 24. August 2009
Es ist schon eine Qual, die Sache mit dem Wahlkampf
um
17:04
»Der Wahlkampf kommt nicht in Gang«, »Der Wahlkampf läuft nur schleppend« oder »Man merkt nichts von Wahlkampfstimmung«, das sind ein paar der Schlagzeilen, die man in den letzten Wochen immer wieder in den Medien sieht. Aber mal ganz ehrlich, wen wundert das? Ein ordentlicher Wahlkampf ist in Deutschland einfach nicht mehr zu machen und das liegt letztlich an den Politikern selbst. Seit etlichen Bundestagswahlen bombadieren die Parteien uns mit den ewig gleichen Wahlversprechen. Da wird der große Wirtschaftsaufschwung versprochen, die Arbeitslosigkeit soll auf ein Minimum heruntergebogen werden, es soll keine Steuererhöhungen geben, die Sozialabgaben sollen sinken und die Sozialpolitik menschlicher werden.
Nach den Wahlen bietet sich dagegen immer das gleiche Bild: von den Wahlversprechungen wird nichts oder nur kaum etwas umgesetzt und wer unsere Politiker der Wahllügen bezichtigt, der bekommt entgegengehalten, dass ›unvorhergesehene Ereignisse‹ eine Umsetzung der Wahlversprechen leider verhinderte.
Zu deutsch:
Man hat das Gefühl, dass diese unvorhergesehenen Ereignisse zwar vorhersehbar waren, dass sie sich aber wunderbar eignen, um die gegebenen Wahlversprechen nicht einhalten zu müssen.
Eine Folge davon ist, dass Wahlen nicht mehr nach Wahlversprechen entschieden werden, sondern danach, welche Partei aktuell die kleineren Skandale produziert. Erinnern wir uns mal an die Bundestagswahl, die Gerhard Schröder an die Regierung brachte. Damals war die SPD genauso zerstritten wie heute und lag in den Umfragewerten auch hinten. Schröder zoffte sich mit Lafontaine, die SPD war gespalten. Dann kam der Glücksgriff für die SPD, die Schwarzgeldaffäre der CDU. Es waren keine Wahlversprechen, die der SPD damals zum Sieg verhalfen, es waren die Schummeleien der CDU, die Schröder in den Kanzlerjob brachten.
Auch momentan erleben wir so etwas, nur ist es diesmal die SPD, die mit Ulla Schmidt den schwarzen Peter hat. Zudem herrscht innerhalb der SPD immer noch die ewig gleiche Zerstrittenheit und das ungeschickte Agieren des Kanzlerkandidaten Steinmeier, der an Ulla Schmidt festhält, auch wenn es der SPD Wählerstimmen kostet.
Die CDU und die Kanzlerin halten sich dagegen eher bedeckt. Warum auch eventuell in ein Fettnäpfchen treten, wenn der politische Gegner sich selbst deklassiert?
Und da kommen wir zum nächsten Problem. Beide Kandidaten sind zwar motiviert im Reden schwingen bei öffentlichen Veranstaltungen im kleinen Kreis, werden sie mit gezielten Fragen konfrontiert, beschränken sie sich jedoch auf ablenkende Floskeln, wobei Steinmeier im TV dabei in letzter Zeit das Prädikat "blass und nichtssagend" verdient hat.
Die hervortretenden Aussagen dieses Wahlkampfs sind ja die totale Beseitigung der Arbeitslosigkeit (SPD) und das Versprechen, die Steuern in der nächsten Legislaturperiode nicht zu erhöhen (CDU). Beides sind Versprechen, die absolut nicht einzuhalten sind, was jeder etwas politisch aktivere Mensch sich ausrechnen kann. Dementsprechend wenig wird auch darüber diskutiert. Wir nehmen es eben einfach als gegeben hin, das wir wieder einmal mit Versprechungen vollgepumpt werden, die später sowieso wieder durch ›unvorhergesehene Ereignisse‹ nicht eingehalten werden können.
Dementsprechend werden viele Wähler ihre Entscheidung auch in diesem Jahr wieder danach treffen, welche Partei die kleineren Skandale und Skandälchen betrifft.
Was im Wahlkampf auf der Strecke bleibt sind die sensiblen Themen, bei denen sich jede Partei mit einer klaren Aussage in die Nesseln setzen könnte. Da wären beispielsweise unsere Konservativen mit ihren verbalterroristischen Angriffen auf die Grundrechte oder dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr bleiben nahezu unerwähnt.
Vom Krankenversicherungssystem oder der Überarbeitung von Arbeitslosengeld II und dem unsäglichen, ursprünglich auf 5 Jahre festgesetzten Solidaritätsbeitrag mal ganz abgesehen.
Der Wahlkampf? Der findet in diesem Jahr nicht statt. Und was die Wahlbeteiligung angeht, tippe ich in diesem Jahr auf 58-62%, wenn überhaupt so viel.
Nach den Wahlen bietet sich dagegen immer das gleiche Bild: von den Wahlversprechungen wird nichts oder nur kaum etwas umgesetzt und wer unsere Politiker der Wahllügen bezichtigt, der bekommt entgegengehalten, dass ›unvorhergesehene Ereignisse‹ eine Umsetzung der Wahlversprechen leider verhinderte.
Zu deutsch:
Man hat das Gefühl, dass diese unvorhergesehenen Ereignisse zwar vorhersehbar waren, dass sie sich aber wunderbar eignen, um die gegebenen Wahlversprechen nicht einhalten zu müssen.
Eine Folge davon ist, dass Wahlen nicht mehr nach Wahlversprechen entschieden werden, sondern danach, welche Partei aktuell die kleineren Skandale produziert. Erinnern wir uns mal an die Bundestagswahl, die Gerhard Schröder an die Regierung brachte. Damals war die SPD genauso zerstritten wie heute und lag in den Umfragewerten auch hinten. Schröder zoffte sich mit Lafontaine, die SPD war gespalten. Dann kam der Glücksgriff für die SPD, die Schwarzgeldaffäre der CDU. Es waren keine Wahlversprechen, die der SPD damals zum Sieg verhalfen, es waren die Schummeleien der CDU, die Schröder in den Kanzlerjob brachten.
Auch momentan erleben wir so etwas, nur ist es diesmal die SPD, die mit Ulla Schmidt den schwarzen Peter hat. Zudem herrscht innerhalb der SPD immer noch die ewig gleiche Zerstrittenheit und das ungeschickte Agieren des Kanzlerkandidaten Steinmeier, der an Ulla Schmidt festhält, auch wenn es der SPD Wählerstimmen kostet.
Die CDU und die Kanzlerin halten sich dagegen eher bedeckt. Warum auch eventuell in ein Fettnäpfchen treten, wenn der politische Gegner sich selbst deklassiert?
Und da kommen wir zum nächsten Problem. Beide Kandidaten sind zwar motiviert im Reden schwingen bei öffentlichen Veranstaltungen im kleinen Kreis, werden sie mit gezielten Fragen konfrontiert, beschränken sie sich jedoch auf ablenkende Floskeln, wobei Steinmeier im TV dabei in letzter Zeit das Prädikat "blass und nichtssagend" verdient hat.
Die hervortretenden Aussagen dieses Wahlkampfs sind ja die totale Beseitigung der Arbeitslosigkeit (SPD) und das Versprechen, die Steuern in der nächsten Legislaturperiode nicht zu erhöhen (CDU). Beides sind Versprechen, die absolut nicht einzuhalten sind, was jeder etwas politisch aktivere Mensch sich ausrechnen kann. Dementsprechend wenig wird auch darüber diskutiert. Wir nehmen es eben einfach als gegeben hin, das wir wieder einmal mit Versprechungen vollgepumpt werden, die später sowieso wieder durch ›unvorhergesehene Ereignisse‹ nicht eingehalten werden können.
Dementsprechend werden viele Wähler ihre Entscheidung auch in diesem Jahr wieder danach treffen, welche Partei die kleineren Skandale und Skandälchen betrifft.
Was im Wahlkampf auf der Strecke bleibt sind die sensiblen Themen, bei denen sich jede Partei mit einer klaren Aussage in die Nesseln setzen könnte. Da wären beispielsweise unsere Konservativen mit ihren verbalterroristischen Angriffen auf die Grundrechte oder dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr bleiben nahezu unerwähnt.
Vom Krankenversicherungssystem oder der Überarbeitung von Arbeitslosengeld II und dem unsäglichen, ursprünglich auf 5 Jahre festgesetzten Solidaritätsbeitrag mal ganz abgesehen.
Der Wahlkampf? Der findet in diesem Jahr nicht statt. Und was die Wahlbeteiligung angeht, tippe ich in diesem Jahr auf 58-62%, wenn überhaupt so viel.
Donnerstag, 20. August 2009
Völlig losgelöst...
um
16:53
...von allen "Bitte keine Werbung einwerfen"-Aufklebern zeigen sich in meiner Gegend die Parteien. Bei uns in der Eifel stehen ja auch die Kommunalwahlen vor der Tür und die Parteien geben sich größte Mühe, die Aufkleber zu ignorieren, die an den Briefkästen eigentlich vor unerwünschter Werbung schützen sollen.
Besonders stachen dabei zwei Parteien hervor:
Die CDU damit, dass meine Wahlbenachrichtigung in eine CDU-Werbung gefaltet war und damit beinahe im Altpapier landete, die FDP damit, dass sie einen (funktionierenden!) Werbekugelschreiber mit in den Kasten warf, dessen Mine beschädigt war und die daraufhin in meinem Briefkasten auslief.
Jetzt rätsele ich darüber, was mir diese beiden Werbebotschaften sagen wollen. Die CDU will eventuell gar nicht, dass ich wählen gehe und die FDP will, dass ich mit einem leeren Kugelschreiber versuche, die Kreuzchen zu machen? Fragen über Fragen...
Besonders stachen dabei zwei Parteien hervor:
Die CDU damit, dass meine Wahlbenachrichtigung in eine CDU-Werbung gefaltet war und damit beinahe im Altpapier landete, die FDP damit, dass sie einen (funktionierenden!) Werbekugelschreiber mit in den Kasten warf, dessen Mine beschädigt war und die daraufhin in meinem Briefkasten auslief.
Jetzt rätsele ich darüber, was mir diese beiden Werbebotschaften sagen wollen. Die CDU will eventuell gar nicht, dass ich wählen gehe und die FDP will, dass ich mit einem leeren Kugelschreiber versuche, die Kreuzchen zu machen? Fragen über Fragen...
Dienstag, 18. August 2009
Ursula die Schreckensverbreiterin
um
22:26
Vor ein paar Tagen schrieb ich darüber, dass die Unionsparteien mit ihrer Angst- und Panikmache bezüglich des bösen Internets auch besonders bei älteren Menschen schürt, die oftmals mit dem Internet gar nichts zu tun haben. Ein wohl leuchtendes Beispiel dafür hat gerade wieder Ursula von der Leyen abgeliefert, die sich vor einem vornehmlich älteren Publikum auch über die Notwendigkeit von Internetzensur ausließ.
Was mich an dieser Rede allerdings erschreckte war nicht der Umstand, dass die Union wieder bei älteren Bürgern Dinge falsch darstellt, die diese zum großen Teil gar nicht nachvollziehen können, nein, mich hat der Tonfall verstört, in dem diese Rede gehalten wurde. Das letzte Mal, dass ich einen solchen Tonfall und eine solche Rhetorik sah, war in einem Dokumentarfilm über eine Zeit, an die man lieber nicht denken möchte.
Mit einer Inbrunst, wie man sie sonst nur von den Demagogen aus alten Dokumentarfilmen kennt, belügt diese Frau alte Menschen, schürt bei ihnen die Angst vor dem Internet. Sie wiederholt ihre mittlerweile oft widerlegten Aussagen und deutet quasi mit dem Zeigefinger auf die Menschen, die ihr widersprechen oder sie kritisieren. Wer Ursula von der Leyen nicht zustimmt ist für Kinderpornographie und damit automatisch böse.
Ich habe mich wirklich dabei ertappt, wie ich ihren rechten Arm beobachtete und auf eine verräterische Zuckung wartete.
Ich bewege mich seit 1995 im Internet. Ich habe von 2000 bis 2003 sogar Kunden in der Adultbranche gehabt und bin trotzdem nie über irgendwelche Seiten mit kinderpornographischen Inhalten gestoßen. Ich habe auch nie eine Seite zu Gesicht bekommen, auf der man gegen Geld Zugang zu kinderpornographischem Material bekommt und ich habe mich immerhin beruflich und damit sehr zeitintensiv im Netz bewegt.
Auf Seiten mit kinderpornografischen Inhalten gerät man nur extremst zufällig, wenn man nicht gezielt und über Insiderquellen danach sucht.
Mich würde mal interessieren, wo Frau von der Leyen sich rumtreibt?
Wenn Ursula von der Leyen ihre Kritiker in die Nähe von Unterstützern von Kinderschändern rückt, dann muss sie sich auch gefallen lassen, dass man ihre Art der Rhetorik in die demagogische Ecke rückt.
Diese Frau ist nicht tragbar für Deutschland. Sie ist nicht konservativ, sie ist meiner Meinung nach in höchstem Maße volksverhetzend. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie seltsamerweise nie vor einer internetaffinen Versammlung spricht, sondern immer nur vor Menschen, der sie ihre Lügen und Halbwahrheiten aufdrücken kann, ohne hinterfragt zu werden. Gebt der Frau 20 Minuten vor einer Gruppe jüngerer Internetkenner und sie würde wahrscheinlich die Flucht ergreifen angesichts des Umstandes, dass ihre Behauptungen und Argumente sofort fachgerecht widerlegt würden.
Den Text des Videoausschnitts gibt es bei Netzpolitik.org, wo ich auch auf dieses Video stieß.
Was mich an dieser Rede allerdings erschreckte war nicht der Umstand, dass die Union wieder bei älteren Bürgern Dinge falsch darstellt, die diese zum großen Teil gar nicht nachvollziehen können, nein, mich hat der Tonfall verstört, in dem diese Rede gehalten wurde. Das letzte Mal, dass ich einen solchen Tonfall und eine solche Rhetorik sah, war in einem Dokumentarfilm über eine Zeit, an die man lieber nicht denken möchte.
Mit einer Inbrunst, wie man sie sonst nur von den Demagogen aus alten Dokumentarfilmen kennt, belügt diese Frau alte Menschen, schürt bei ihnen die Angst vor dem Internet. Sie wiederholt ihre mittlerweile oft widerlegten Aussagen und deutet quasi mit dem Zeigefinger auf die Menschen, die ihr widersprechen oder sie kritisieren. Wer Ursula von der Leyen nicht zustimmt ist für Kinderpornographie und damit automatisch böse.
Ich habe mich wirklich dabei ertappt, wie ich ihren rechten Arm beobachtete und auf eine verräterische Zuckung wartete.
Ich bewege mich seit 1995 im Internet. Ich habe von 2000 bis 2003 sogar Kunden in der Adultbranche gehabt und bin trotzdem nie über irgendwelche Seiten mit kinderpornographischen Inhalten gestoßen. Ich habe auch nie eine Seite zu Gesicht bekommen, auf der man gegen Geld Zugang zu kinderpornographischem Material bekommt und ich habe mich immerhin beruflich und damit sehr zeitintensiv im Netz bewegt.
Auf Seiten mit kinderpornografischen Inhalten gerät man nur extremst zufällig, wenn man nicht gezielt und über Insiderquellen danach sucht.
Mich würde mal interessieren, wo Frau von der Leyen sich rumtreibt?
Wenn Ursula von der Leyen ihre Kritiker in die Nähe von Unterstützern von Kinderschändern rückt, dann muss sie sich auch gefallen lassen, dass man ihre Art der Rhetorik in die demagogische Ecke rückt.
Diese Frau ist nicht tragbar für Deutschland. Sie ist nicht konservativ, sie ist meiner Meinung nach in höchstem Maße volksverhetzend. Dafür spricht auch die Tatsache, dass sie seltsamerweise nie vor einer internetaffinen Versammlung spricht, sondern immer nur vor Menschen, der sie ihre Lügen und Halbwahrheiten aufdrücken kann, ohne hinterfragt zu werden. Gebt der Frau 20 Minuten vor einer Gruppe jüngerer Internetkenner und sie würde wahrscheinlich die Flucht ergreifen angesichts des Umstandes, dass ihre Behauptungen und Argumente sofort fachgerecht widerlegt würden.
Den Text des Videoausschnitts gibt es bei Netzpolitik.org, wo ich auch auf dieses Video stieß.
Wahlkampfthema Horst Schlämmer: Der totale Realitätsverlust
um
15:43
Ich gestehe, ich bin kein großer Hape Kerkeling-Fan. Zwar beweist er in seinen komischen Rollen immer wieder, dass er tatsächlich die Menschen noch überraschen kann, aber wenn eine seiner Kunstfiguren zu lange präsent sind, werden die Gags immer platter und die Originalität leidet.
Jetzt hat er gerade mal wieder Gespür bewiesen und nimmt die Politik in Form eines satirischen Spielfilms auf die Schippe.
Das alleine ist nicht besonders verwunderlich. Verwunderlich sind die Reaktionen auf diesen Film. Medien nutzen ihn zur politischen Analyse, einigen Journalisten, wie dem Welt-Redakteur Hajo Schumacher, raubt er gar völlig den Realitätssinn, so dass er sich gezwungen sieht, einen "Offenen Brief" an Horst Schlämmer zu verfassen und Politiker lassen sich zu seltsamen, teilweise trotzigen Reaktionen hinreißen, sobald sie mit dem Namen Horst Schlämmer konfrontiert werden.
So meinte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die Kunstfigur Schlämmer gehe zu Lasten der Politik, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) geht sogar so weit, dass er den politikverdrossenen Bürgern vorwirft, sie würden ja nicht mal mehr die Tageszeitung lesen oder sich anderweitig politisch informieren. Die Tatsache, dass es gerade die Berichte in den Medien sind, die unsere Bürger politikverdrossen machen, die kommt ihm nicht annähernd in den Sinn. Auch das ist eine Art von Realitätsverlust.
Aber wie auch immer, die Politik macht Horst Schlämmer zum Wahlkampfthema. Die einen Politiker lassen sich auf Statistenrollen ein, andere meckern und schimpfen über den Film, der letztlich doch wirklich nur eins ist: ein Film.
Solange unsere Politiker nichts besseres zu tun haben, als eine Sommerkomödie, die meiner persönlich Meinung nach sooo lustig gar nicht ist, im Wahlkampf zu thematisieren, solange müssen sie sich nicht wundern, wenn man ihnen Realitätsverlust bescheinigt.
Beschneidung der Grundrechte, realistische Auseinandersetzung mit der Arbeitslosigkeit, Reformen im Sozialwesen, Reformen im Umweltschutz, militärische Aktivitäten im Ausland - DAS sind Themen, die ich gerne im Wahlkampf zur Diskussion hätte. Horst Schlämmer? Den gibt es in spätestens 6 Monaten auf DVD zum immer wieder anschauen. Der ist nun wirklich kein Wahlkampfthema.
Siehe auch: Süddeutsche Zeitung
Jetzt hat er gerade mal wieder Gespür bewiesen und nimmt die Politik in Form eines satirischen Spielfilms auf die Schippe.
Das alleine ist nicht besonders verwunderlich. Verwunderlich sind die Reaktionen auf diesen Film. Medien nutzen ihn zur politischen Analyse, einigen Journalisten, wie dem Welt-Redakteur Hajo Schumacher, raubt er gar völlig den Realitätssinn, so dass er sich gezwungen sieht, einen "Offenen Brief" an Horst Schlämmer zu verfassen und Politiker lassen sich zu seltsamen, teilweise trotzigen Reaktionen hinreißen, sobald sie mit dem Namen Horst Schlämmer konfrontiert werden.
So meinte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die Kunstfigur Schlämmer gehe zu Lasten der Politik, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) geht sogar so weit, dass er den politikverdrossenen Bürgern vorwirft, sie würden ja nicht mal mehr die Tageszeitung lesen oder sich anderweitig politisch informieren. Die Tatsache, dass es gerade die Berichte in den Medien sind, die unsere Bürger politikverdrossen machen, die kommt ihm nicht annähernd in den Sinn. Auch das ist eine Art von Realitätsverlust.
Aber wie auch immer, die Politik macht Horst Schlämmer zum Wahlkampfthema. Die einen Politiker lassen sich auf Statistenrollen ein, andere meckern und schimpfen über den Film, der letztlich doch wirklich nur eins ist: ein Film.
Solange unsere Politiker nichts besseres zu tun haben, als eine Sommerkomödie, die meiner persönlich Meinung nach sooo lustig gar nicht ist, im Wahlkampf zu thematisieren, solange müssen sie sich nicht wundern, wenn man ihnen Realitätsverlust bescheinigt.
Beschneidung der Grundrechte, realistische Auseinandersetzung mit der Arbeitslosigkeit, Reformen im Sozialwesen, Reformen im Umweltschutz, militärische Aktivitäten im Ausland - DAS sind Themen, die ich gerne im Wahlkampf zur Diskussion hätte. Horst Schlämmer? Den gibt es in spätestens 6 Monaten auf DVD zum immer wieder anschauen. Der ist nun wirklich kein Wahlkampfthema.
Siehe auch: Süddeutsche Zeitung
Datensicherheit bei der Agentur für Arbeit - Fortsetzung
um
12:21
Am Freitag schrieb ich ja über den mangelhaften Datenschutz bei der Agentur für Arbeit.
Gestern schon bekam ich Antwort in Form zweier Mails.
Die erste lautete
Die zweite Mail folgte nur wenig später:
Mal davon abgesehen, dass ich den ganzen Vorfall, inklusive ausführlicher Hintergrundrecherche, bereits am Freitag schon geschildert hatte, verschickte ich diese Angaben eben noch einmal und fügte den Informationen noch folgende Fragen an:
Unabhängig von der Antwort der Arbeitsagentur, werde ich heute noch versuchen, Kontakt zum BFDI aufzunehmen und eventuell eine Stellungnahme von dort zu bekommen.
Ich bin gespannt, ob und welche Antworten ich dort bekomme.
Update 13:00 Uhr:
Es ist wirklich erstaunlich. Über die Arbeitsagentur selbst war ein Datenschutzbeauftragter ja nicht herauszufinden, jedenfalls nicht auf telefonischer Basis oder per Mail.
Jetzt telefonierte ich gerade mit dem BFDI und war recht erstaunt, als man mir dort sofort den Datenschutzbeauftragten der Agentur für Arbeit, inklusive Stellvertretung mitteilen konnte.
Der Mitarbeiter des BFDI zeigte sich übrigens sehr interessiert und fand den Sachverhalt auch sehr bedenklich.
Ich warte jetzt einmal auf die Stellungnahme der AA bezüglich meiner heutigen Mail und werde, falls nötig, in den nächsten Tagen den Datenschutzbeauftragten der AA einmal persönlich kontaktieren.
Gestern schon bekam ich Antwort in Form zweier Mails.
Die erste lautete
Sehr geehrter Herr Meier,
vielen Dank für Ihre Anfrage bei www.arbeitsagentur.de.
Diese wird unter der Bearbeitungsnummer [die lasse ich mal schön weg] geführt. Bei zukünftigen Anfragen, geben Sie diese bitte stets mit an.
Ihre Anfrage haben wir zur Prüfung weitergegeben, in Kürze erhalten Sie eine Rückmeldung.
Sollten Sie weitere Fragen zu www.arbeitsagentur.de haben, steht Ihnen die Hotline unter Telefon 0 18 01 / 00 28 62 (3,9 Cent je Minute aus dem deutschen Festnetz. Bei Anruf aus Mobilfunknetzen gelten davon abweichende Preise.) zur Verfügung. Diese ist für Sie täglich von Montag bis Freitag von 8:00 - 18:00 Uhr erreichbar.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hotline-Team
www.arbeitsagentur.de (701.P)
Die zweite Mail folgte nur wenig später:
Sehr geehrter Herr Meier,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Gern möchten wir Ihnen weiterhelfen.
Bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt handelt es sich um eine missbräuchliche Nutzung der JOBBÖRSE durch einen registrierten Arbeitgeber. Könnten Sie uns bitte den Absender / Arbeitgeber der Werbebotschaft nennen. Wir werden den entsprechenden Zugang umgehend sperren.
Für die Ihnen entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns.
Wir würden uns freuen, Sie erneut auf www.arbeitsagentur.de begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen für die Zukunft bei der Suche nach Arbeitsstellen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Support der JOBBÖRSE
(SHe)
Mal davon abgesehen, dass ich den ganzen Vorfall, inklusive ausführlicher Hintergrundrecherche, bereits am Freitag schon geschildert hatte, verschickte ich diese Angaben eben noch einmal und fügte den Informationen noch folgende Fragen an:
Was mich jetzt aber viel mehr interessieren würde ist, was die Agentur für Arbeit bezüglich der Datensicherheit unternehmen wird. Immerhin war dieser, als Arbeitgeber registrierte Nutzer in der Lage, vollautomatisiert und tagesaktuell ganze Datensätze aus dem System der Arbeitsagentur zur extrahieren und in einer eigenen Datenbank zu archivieren.
Eine weitere Frage, die sich mir ganz unwillkürlich stellt ist, warum in der Datenschutzerklärung unter Punkt 8: Ergänzende Hinweise, die Absätze:
Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass bei vielen Firmen
Adressdaten von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind und nicht
immer für Zwecke, die mit der JOBBÖRSE in Verbindung stehen,
verwendet werden. Für eine solche missbräuchliche Nutzung der
JOBBÖRSE übernimmt die Bundesagentur für Arbeit keine Haftung.
So gewonnene Adressdaten könnten dazu missbraucht werden, Ihnen
unerwünschte Werbung zuzusenden. Diese Art von Werbung wird
massenhaft zunehmend auch per E-Mail verteilt. In diesem
Zusammenhang raten wir dazu, mit Adressdaten, E-Mail-Adressen,
Telefonnummern etc. sorgsam umzugehen und das Portal vorzugsweise
anonym zu nutzen.
zu finden sind, wo sie doch den Bestrebungen des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (http://www.bfdi.bund.de) widersprechen und auch der Aussage der Bundesregierung, dass Daten, die bei staatlichen Institutionen gespeichert sind, nicht unbefugt in die Hände Dritter gelangen könnten.
Unabhängig von der Antwort der Arbeitsagentur, werde ich heute noch versuchen, Kontakt zum BFDI aufzunehmen und eventuell eine Stellungnahme von dort zu bekommen.
Ich bin gespannt, ob und welche Antworten ich dort bekomme.
Update 13:00 Uhr:
Es ist wirklich erstaunlich. Über die Arbeitsagentur selbst war ein Datenschutzbeauftragter ja nicht herauszufinden, jedenfalls nicht auf telefonischer Basis oder per Mail.
Jetzt telefonierte ich gerade mit dem BFDI und war recht erstaunt, als man mir dort sofort den Datenschutzbeauftragten der Agentur für Arbeit, inklusive Stellvertretung mitteilen konnte.
Der Mitarbeiter des BFDI zeigte sich übrigens sehr interessiert und fand den Sachverhalt auch sehr bedenklich.
Ich warte jetzt einmal auf die Stellungnahme der AA bezüglich meiner heutigen Mail und werde, falls nötig, in den nächsten Tagen den Datenschutzbeauftragten der AA einmal persönlich kontaktieren.
Freitag, 14. August 2009
Mangelhafter Datenschutz bei der Arbeitsagentur: Spam über die AA-Datenbank
um
13:53
Zahlreiche Arbeitslose bekommen momentan Mails mit Berufung auf die Jobbörse des Arbeitsamtes an ihre, bei der Agentur gemeldeten Mailadressen geschickt:
Wie man sich schon denken kann, handelt es sich hierbei NICHT um ein Jobangebot. Vielmehr handelt es sich um eine automatisierte Werbeaktion für ein sogenanntes "Werbesystem", welches man für 37,-Euro monatlich im Abo erstehen kann.
Zu deutsch: Es handelt sich nicht um ein Jobangebot, sondern um den Verkauf einer "Werbepartnerschaft", also einer Form von Multilevel-Marketing.
Eine telefonische Anfrage bei der zuständigen Stelle der Arbeitsagentur ergab jetzt erstmal, dass eine solche Verwendung von Daten aus der Datenbank der Agentur nicht vorgesehen sei. Der Vorgang soll jetzt zunächst einmal geprüft werden.
Besonders erstaunlich erwies sich die Suche nach einem Datenschutzbeauftragten bei der Arbeitsagentur: ein solcher konnte nämlich von den Mitarbeitern, mit denen ich telefonierte, nicht ermittelt werden.
Insgesamt finde ich das schon irgendwie paradox: auf der einen Seite gibt der Staat vor, den Handel mit Daten unterbinden zu wollen, auf der anderen Seite bedienen sich die Spammer jetzt direkt in einer staatlichen Datenbank.
Klingt schon etwas seltsam, oder?
Hallo,
der Grund meiner E-Mail ist die Jobbörse der Agentur für Arbeit. Laut dieser Internetplattform suchen Sie eine Haupt- oder Nebenberufliche Einkommensmöglichkeit.
Wenn Sie nur in Ihrem Berufsfeld suchen, dann löschen Sie bitte diese E-Mail. Einen Job in Ihrem Berufsfeld kann ich Ihnen nicht bieten.
Wenn Sie aber für Alternativen offen sind, dann habe ich folgendes Angebot für Sie.
Ich biete Ihnen ein Geschäft von Mensch zu Mensch.
Sie arbeiten im Homeoffice.
Sie arbeiten selbstständig, bei freier Zeiteinteilung, mit sehr geringem und überschaubarem Risiko.
Nähere Infos finden Sie unter: [Link entfernt]
Holen Sie sich dazu unser derzeit noch kostenloses E-Book:
„[zensiert - ich mache keine Werbung dafür]“
Beste Grüße
Ihr Mxxxx Sxxxx
Wie man sich schon denken kann, handelt es sich hierbei NICHT um ein Jobangebot. Vielmehr handelt es sich um eine automatisierte Werbeaktion für ein sogenanntes "Werbesystem", welches man für 37,-Euro monatlich im Abo erstehen kann.
Zu deutsch: Es handelt sich nicht um ein Jobangebot, sondern um den Verkauf einer "Werbepartnerschaft", also einer Form von Multilevel-Marketing.
Eine telefonische Anfrage bei der zuständigen Stelle der Arbeitsagentur ergab jetzt erstmal, dass eine solche Verwendung von Daten aus der Datenbank der Agentur nicht vorgesehen sei. Der Vorgang soll jetzt zunächst einmal geprüft werden.
Besonders erstaunlich erwies sich die Suche nach einem Datenschutzbeauftragten bei der Arbeitsagentur: ein solcher konnte nämlich von den Mitarbeitern, mit denen ich telefonierte, nicht ermittelt werden.
Insgesamt finde ich das schon irgendwie paradox: auf der einen Seite gibt der Staat vor, den Handel mit Daten unterbinden zu wollen, auf der anderen Seite bedienen sich die Spammer jetzt direkt in einer staatlichen Datenbank.
Klingt schon etwas seltsam, oder?
Donnerstag, 13. August 2009
CDU/CSU, die Parteien der Angst- und Panikmache
um
20:47
Vorab erstmal: Mir ist schlecht. Mir ist deshalb schlecht, weil ich in den letzten Tagen des öfteren gefragt wurde, ob ich jetzt für die CDU schreiben würde. Schließlich würde ich laufend gegen die SPD schießen und hätte es ja sogar gewagt, die Piratenpartei ansatzweise zu kritisieren.
Nein, ich schreibe nicht für die CDU oder ihre bayerische Schwesterpartei CSU. Wer mich aus den letzten Jahren kennt, der weiß auch, dass das wohl nie passieren wird.
Was stellt die CDU für mich dar?
Wenn ich mal auf die auslaufende Legislaturperiode zurückblicke, dann fallen mir keine positiven Argumente für die CDU ein.
Wir haben eine Kanzlerin, die jegliche Kritik an Grundrechtsverletzungen wortlos aussitzt und wenn sie mal etwas sagt, die Litaneien ihrer Sicherheitsvorbeter nur wiederholt.
Die CDU und die CSU bringe ich in erster Linie mit folgenden Themen in Zusammenhang:
•Immer wiederkehrende, abstrakte Terrorwarnungen, die aufgebauscht werden bis zur Panikmache.
•BKA-Gesetz, der große Lauschangriff deluxe.
•Vorratsdatenspeicherung, der erste Schritt zur Totalüberwachung (wenn auch initiiert von Frau Zypries, SPD).
•Bundeswehreinsatz im Inneren, mehr Macht den Militärs.
•Aufhebung der Gewaltenteilung, BKA mit Geheimdienstrechten und umgekehrt.
•Polemische Kriminalisierung von Computerspielern (Stichwort Killerspiele).
•Pläne zum Abschuss von entführten Zivilmaschinen ohne Rücksicht auf die Reisenden an Bord.
•Internetzensur und Internetüberwachung.
•Wiederkehrende Forderungen, das Grundgesetz zu ändern und Grundrechte zu beschneiden.
Auf welche Wähler hat die Union es abgesehen?
Die Union zielt meines Erachtens in erster Linie auf Personen ab, die für sie leicht zu beeinflussen sind. So werden besonders ältere Menschen den ständigen Litaneien über das böse Internet, die bösen Killerspiele und die stets terrorverdächtigen Internetnutzer eher Glauben schenken, als jüngere Leute, die sich wie selbstverständlich im Internet bewegen.
Als zweite Zielgruppe sehe ich die Gruppe der "intellektuell Benachteiligten". Es tut mir sehr leid, aber mir fällt kein anderer, nicht beleidigender Ausdruck für Menschen ein, die ihr aktuelles Wissen fast ausschließlich ohne jegliche Kritik aus der Boulevardpresse beziehen.
Diese Menschen glauben, was ihnen erzählt wird, solange es ihnen so beigebracht wird, dass sie nicht weiter darüber nachdenken müssen. Am besten in fetten, schwarzen Lettern mit rotem Unterstrich gedruckt und möglichst mit polemischen Kraftausdrücken versehen, können diese Menschen verängstigt und in eine Richtung gesteuert werden, die der Union zusagt.
Es sind die Menschen, die mit der berühmten "Ich habe nichts zu verbergen"-Gleichgültigkeit durchs Leben gehen und die tatsächlich glauben, die Damen und Herren in der Regierung wüssten, worüber sie reden.
Oder um es kurz zu sagen: Es sind die schlichten Gemüter, einfach gestrickt und schnell zu verängstigen, auf die die Unionsparteien es abgesehen haben. Und da diese schlichten Gemüter im Jahre 2009 noch in der Mehrzahl sind, fallen die Vorabumfragen auch dementsprechend positiv für die Unionsparteien aus.
Was ich persönlich aus den ständigen Forderungen nach Grundgesetzänderungen und Einschränkungen der Bürgerrechte herauslese, ist vor allem eins:
Die nackte Angst alter Männer und Frauen, die den Anschluss an die modernen Kommunikationsmöglichkeiten verpasst haben und nun, im noch jungen Zeitalter der übergreifenden Diskussionsmöglichkeiten, ihre Felle davon schwimmen sehen. Verzweifelt kämpfen sie nun darum, die letzten Reste alter Strukturen aufrecht erhalten zu können, um sich die letzten Jahre noch ein bisschen Macht erhalten zu können.
Sie sind die politischen Dinosaurier, die eigentlich schon viel zu behäbig und unmodern sind und die selbst noch gar nicht realisiert haben, dass sie sich schon im Aussterben befinden. Denn wie die Dinosaurier, so werden auch diese alten Relikte längst vergangener Zeiten aussterben, wenn sie sich nicht den neuen Entwicklungen anpassen.
Allerdings dauert das Aussterben der politischen Dinosaurier voraussichtlich nicht mal mehr eine Generation und das stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Wählbar sind die Unionsparteien bis dahin jedenfalls nicht, es sei denn, man besitzt selbst ein schlichtes Gemüt und denkt nicht gerne nach.
Nein, ich schreibe nicht für die CDU oder ihre bayerische Schwesterpartei CSU. Wer mich aus den letzten Jahren kennt, der weiß auch, dass das wohl nie passieren wird.
Was stellt die CDU für mich dar?
Wenn ich mal auf die auslaufende Legislaturperiode zurückblicke, dann fallen mir keine positiven Argumente für die CDU ein.
Wir haben eine Kanzlerin, die jegliche Kritik an Grundrechtsverletzungen wortlos aussitzt und wenn sie mal etwas sagt, die Litaneien ihrer Sicherheitsvorbeter nur wiederholt.
Die CDU und die CSU bringe ich in erster Linie mit folgenden Themen in Zusammenhang:
•Immer wiederkehrende, abstrakte Terrorwarnungen, die aufgebauscht werden bis zur Panikmache.
•BKA-Gesetz, der große Lauschangriff deluxe.
•Vorratsdatenspeicherung, der erste Schritt zur Totalüberwachung (wenn auch initiiert von Frau Zypries, SPD).
•Bundeswehreinsatz im Inneren, mehr Macht den Militärs.
•Aufhebung der Gewaltenteilung, BKA mit Geheimdienstrechten und umgekehrt.
•Polemische Kriminalisierung von Computerspielern (Stichwort Killerspiele).
•Pläne zum Abschuss von entführten Zivilmaschinen ohne Rücksicht auf die Reisenden an Bord.
•Internetzensur und Internetüberwachung.
•Wiederkehrende Forderungen, das Grundgesetz zu ändern und Grundrechte zu beschneiden.
Auf welche Wähler hat die Union es abgesehen?
Die Union zielt meines Erachtens in erster Linie auf Personen ab, die für sie leicht zu beeinflussen sind. So werden besonders ältere Menschen den ständigen Litaneien über das böse Internet, die bösen Killerspiele und die stets terrorverdächtigen Internetnutzer eher Glauben schenken, als jüngere Leute, die sich wie selbstverständlich im Internet bewegen.
Als zweite Zielgruppe sehe ich die Gruppe der "intellektuell Benachteiligten". Es tut mir sehr leid, aber mir fällt kein anderer, nicht beleidigender Ausdruck für Menschen ein, die ihr aktuelles Wissen fast ausschließlich ohne jegliche Kritik aus der Boulevardpresse beziehen.
Diese Menschen glauben, was ihnen erzählt wird, solange es ihnen so beigebracht wird, dass sie nicht weiter darüber nachdenken müssen. Am besten in fetten, schwarzen Lettern mit rotem Unterstrich gedruckt und möglichst mit polemischen Kraftausdrücken versehen, können diese Menschen verängstigt und in eine Richtung gesteuert werden, die der Union zusagt.
Es sind die Menschen, die mit der berühmten "Ich habe nichts zu verbergen"-Gleichgültigkeit durchs Leben gehen und die tatsächlich glauben, die Damen und Herren in der Regierung wüssten, worüber sie reden.
Oder um es kurz zu sagen: Es sind die schlichten Gemüter, einfach gestrickt und schnell zu verängstigen, auf die die Unionsparteien es abgesehen haben. Und da diese schlichten Gemüter im Jahre 2009 noch in der Mehrzahl sind, fallen die Vorabumfragen auch dementsprechend positiv für die Unionsparteien aus.
Was ich persönlich aus den ständigen Forderungen nach Grundgesetzänderungen und Einschränkungen der Bürgerrechte herauslese, ist vor allem eins:
Die nackte Angst alter Männer und Frauen, die den Anschluss an die modernen Kommunikationsmöglichkeiten verpasst haben und nun, im noch jungen Zeitalter der übergreifenden Diskussionsmöglichkeiten, ihre Felle davon schwimmen sehen. Verzweifelt kämpfen sie nun darum, die letzten Reste alter Strukturen aufrecht erhalten zu können, um sich die letzten Jahre noch ein bisschen Macht erhalten zu können.
Sie sind die politischen Dinosaurier, die eigentlich schon viel zu behäbig und unmodern sind und die selbst noch gar nicht realisiert haben, dass sie sich schon im Aussterben befinden. Denn wie die Dinosaurier, so werden auch diese alten Relikte längst vergangener Zeiten aussterben, wenn sie sich nicht den neuen Entwicklungen anpassen.
Allerdings dauert das Aussterben der politischen Dinosaurier voraussichtlich nicht mal mehr eine Generation und das stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Wählbar sind die Unionsparteien bis dahin jedenfalls nicht, es sei denn, man besitzt selbst ein schlichtes Gemüt und denkt nicht gerne nach.
Dienstag, 11. August 2009
Der "rechtsfreie Raum" kotzt mich an
um
15:00
So langsam aber sicher geht mir das hilflose Alibi-Gestammel der CDU mit ihrem ständig wiederkehrenden "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum" auf den Senkel. Besonders wenn ich das dann von selbsternannten Rechtsexperten höre oder lese, die anscheinend nichtmal die aktuelle Gesetzlage kennen.
Wer im Internet beleidigt, bedroht oder eventuell geschäftsschädigende Äußerungen vornimmt, kann schon heute dafür belangt werden. wer jugendgefährdendes Material oder Schriften online stellt, der bekommt auch schon seit Jahren Ärger mit der Justiz. Vom Medienstaatsvertrag, der ja extra für das Internet initiiert wurde, wissen unsere Internetausdrucker anscheinend auch nichts mehr.
Jetzt treibt die Internetphobie der CDU aber ganz große Blüten:
Für Wolfgang Bosbach, stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzende, scheint das Internet die Wurzel allen Übels zu sein. Prompt fordert er eine Internetpolizei, die den lieben langen Tag im Netz herumsurft und Böses sucht. Aber das ist noch nicht alles, die Rheinische Post will aus Regierungskreisen erfahren zu haben, dass dort über einen rückverfolgbaren Internetausweis nachgedacht werde. Auf das reale Leben wäre das so etwas, als wenn man jedem Bürger einen Chip einpflanzt, mit dem er dann den ganzen Tag per GPS ortbar und überwachbar ist.
Das hat nichts mehr mit Sicherheit oder Recht zu tun, das wäre pure Überwachung in Reinkultur. China lässt grüßen. Wenn wir alles bekämen, was die CDU-Politiker für das Internet fordern, würde die BRD China in Sachen Überwachung den Rang ablaufen.
Willkommen in der totalen Überwachung....
Nachtrag:
Das Bundesinnenministrium bestreitet mittlerweile die Ausweispläne. Aber das Innenministerium hat auch damals den Einsatz der Nacktscanner als "Unfug" abgetan und nur 6 Wochen später bekannt gegeben, dass sie nun doch testweise zum Einsatz kommen sollten.
Wer im Internet beleidigt, bedroht oder eventuell geschäftsschädigende Äußerungen vornimmt, kann schon heute dafür belangt werden. wer jugendgefährdendes Material oder Schriften online stellt, der bekommt auch schon seit Jahren Ärger mit der Justiz. Vom Medienstaatsvertrag, der ja extra für das Internet initiiert wurde, wissen unsere Internetausdrucker anscheinend auch nichts mehr.
Jetzt treibt die Internetphobie der CDU aber ganz große Blüten:
Für Wolfgang Bosbach, stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzende, scheint das Internet die Wurzel allen Übels zu sein. Prompt fordert er eine Internetpolizei, die den lieben langen Tag im Netz herumsurft und Böses sucht. Aber das ist noch nicht alles, die Rheinische Post will aus Regierungskreisen erfahren zu haben, dass dort über einen rückverfolgbaren Internetausweis nachgedacht werde. Auf das reale Leben wäre das so etwas, als wenn man jedem Bürger einen Chip einpflanzt, mit dem er dann den ganzen Tag per GPS ortbar und überwachbar ist.
Das hat nichts mehr mit Sicherheit oder Recht zu tun, das wäre pure Überwachung in Reinkultur. China lässt grüßen. Wenn wir alles bekämen, was die CDU-Politiker für das Internet fordern, würde die BRD China in Sachen Überwachung den Rang ablaufen.
Willkommen in der totalen Überwachung....
Nachtrag:
Das Bundesinnenministrium bestreitet mittlerweile die Ausweispläne. Aber das Innenministerium hat auch damals den Einsatz der Nacktscanner als "Unfug" abgetan und nur 6 Wochen später bekannt gegeben, dass sie nun doch testweise zum Einsatz kommen sollten.
Montag, 10. August 2009
Parteidemenz: Die SPD weiß nicht mehr, wovon sie redet
um
20:36
Die SPD hat tatsächlich eine Medienexpertin, nämlich Monika Griefahn. Und in dieser Position wirft sie der CDU jetzt vor, Zensurträume vom Internet zu haben.
Wann hat die gute Frau Griefahn denn das letzte Mal Zeitung gelesen oder mit ihren Parteigenossen gesprochen? Immerhin befürwortet die "Kompetenz"-Tante Manuela Schwesig die Internetzensur nicht nur, sie will sie auch noch beschleunigt wissen.
Oder sie sollte mal ihre Genossin Angelika-Krüger-Leißner fragen, die eine Internetzensur durchaus auch auf Urheberrechtsfragen ausgeweitet sehen möchte.
Was die SPD derzeit vom Stapel lässt ist alles, nur nicht wählbar. Eine "Aufholjagd" zur CDU ist mit so konfusen Aussagen jedenfalls nicht machbar.
Es ist Zeit für die SPD, sich zu entscheiden: Entweder ist man für, oder gegen Internetsperren. Unentschlossene Parteien gewinnen höchstens unentschlossene Wähler. Wer aber gegen Internetsperren ist hat nach derzeitigem Stand keinen Grund, die SPD zu wählen.
Bericht bei Golem
Die Union, angefangen bei Bundesministerin Ursula von der Leyen bis hin zu Kanzleramtsminister Thomas de Maizière, schürten die Angst vor einem vermeintlich rechtsfreien Internet. "Sie machen keinen Hehl aus ihren Überlegungen, Internetsperren auch auf Verletzungen des Urheberrechts, Glücksspiel oder gewalthaltige Computerspiele zu beziehen", lautete der Vorwurf Griefahns. "Solange die SPD an der Regierung ist, haben solche Zensurträume keine Chance", versicherte sie.
Wann hat die gute Frau Griefahn denn das letzte Mal Zeitung gelesen oder mit ihren Parteigenossen gesprochen? Immerhin befürwortet die "Kompetenz"-Tante Manuela Schwesig die Internetzensur nicht nur, sie will sie auch noch beschleunigt wissen.
Oder sie sollte mal ihre Genossin Angelika-Krüger-Leißner fragen, die eine Internetzensur durchaus auch auf Urheberrechtsfragen ausgeweitet sehen möchte.
Was die SPD derzeit vom Stapel lässt ist alles, nur nicht wählbar. Eine "Aufholjagd" zur CDU ist mit so konfusen Aussagen jedenfalls nicht machbar.
Es ist Zeit für die SPD, sich zu entscheiden: Entweder ist man für, oder gegen Internetsperren. Unentschlossene Parteien gewinnen höchstens unentschlossene Wähler. Wer aber gegen Internetsperren ist hat nach derzeitigem Stand keinen Grund, die SPD zu wählen.
Bericht bei Golem
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